Na das fing ja in der Tat wieder gut an. Nachdem die Unwetterwarnung aufgehoben war, konnten wir witterungsgerecht bekleidet und bestens beschuht starten. Vom Wanderwegekreuz der beiden sich in Potsdam kreuzenden Fernwanderwege E 10 / E 11 ging es hinauf zum Berg des Wissens.

Gleich fünf angesehene Institute sind hier ansässig. Fortan ging es durch die frisch gepuderte Landschaft hoch auf den großen „Kleinen Ravensberg“ um dann gleich wieder hinab zu des Teufels See zu gelangen. Die Überlieferung berichtet, dass hier die slawischen Wenden ihre heidnischen Götzen verehrten. Doch der Teufel tauschte das wendische Götzenbild mit seinem eigenen Antlitz aus und die Wenden bemerkten diesen Betrug nicht. Sie beteten fortan den Teufel an.

Der Bischof von Brandenburg soll nun extra einen italienischen Mönch und Exorzisten gerufen haben, der das Teufelsabbild mit magischen Ritualen im See versinken ließ. Das immerzu bergauf und ab war schon ein wenig beschwerlich.

Auf dem Weg zum Klaaskreuz

Wäre es nicht so bitterkalt und reinweiß, man hätte sich wie am Ostseestrand fühlen können. So versank man immer wieder im Schnee. Am Klaaskreuz fand der Seconde-Lieutnant vom Potsdamer Gardejägerbataillon sein vorzeitiges Ende. Zwei vermutlich hungrige, wildernde Gardejäger wollten sich der Festnahme entziehen und streckten ihn nieder. Beide Wilderer und Meuchelmörder wurden bald darauf von ihrem Schicksal ereilt und dem irdischen Richter überantwortet.

Unser Tagesziel, das Forsthaus Templin, lag leider im Winterschlaf. Der Koch soll ihnen verlustig gegangen sein – schade…

Steffen Hercher –
DWV-Wanderführer und
zertifizierter Natur- und Landschaftsführer (BANU)