Bei frischen Temperaturen, die bei böigem Wind mit bis zu 60 km/h uns frösteln ließen, machte sich eine kleine Gruppe von Radenthusiasten vom Bf. Oranienburg auf, um die gut 80 Kilometer lange Strecke durchs Löwenberger Land und Ruppiner Seenland nach Rheinsberg zu erkunden.
Dabei forderten uns nicht nur die starken Windböen, sondern auch eine Strecke, die zum Ende der Tour mit nicht unerheblichen Steigungen aufwarten sollte.

Schleuse Friedrichsthal – Malzer Kanal
Ein zusätzliches Handicap stellte die Technik meiner mit komoot verbundenen FahrradApp dar. Die Tatsache, dass der Akku meines Handys auffallend schnell leergesaugt wurde und nicht mehr induktiv über den SmartphoneGrip meines E-Bikes geladen werden konnte, war sehr nervig. Die Aufzeichnung wurde dadurch mehrfach unterbrochen.
Wanderfreund Burkhard war so freundlich und gab die Strecke über sein Handy für die nächsten Orte ein und so konnten wir uns zwar nicht immer auf der von mir geplanten Route, aber doch immerhin in die richtige Richtung orientieren. Währenddessen zog mein Handy wieder neuen Strom aus meiner mitgeführten Powerbank.

Wunderschöne Radwege durch die Natur auf bestem Belag
Bedauerlicherweise lagen so Schloss Hoppenrade und Schloss Meseberg nicht mehr auf unserer Route.
Bei dem oft starken Gegenwind und dem damit verbundenen Zeitverlust war dies aber durchaus tolerierbar, und ich werde die Originalroute ganz sicher bei passenderem Wetter mindestens in Teilen noch einmal fahren. Um zu veranschaulichen, wie diese ausgesehen hätte, habe ich die geplante Route zur einer abgeschlossenen Route bei komoot umgewandelt.

Kaiserbrunnen vor dem Schloss Liebenberg
Nach unserem Start gönnten wir uns zunächst einen Blick auf Schloss Oranienburg, über das ich ich mit einigen geschichtsträchtigen Erklärungen die Teilnehmer in Kenntnis setzen konnte. Unser weiterer Weg führte entlang am Oder-Havel-Kanal und auf bestem Asphalt quer durch herrlichen Wald nach Neu-Holland und zum NSG ‚Schnelle Havel‘ mit der Malzer Schleuse.
Wir statteten dem Schloss und Gutshof Liebenberg einen Besuch ab und fuhren danach auf verkürzter Strecke über Buberow und Kraatz nach Gransee, wo wir am Marktplatz neben dem Luisendenkmal eine kurze Rast einlegten.

Altstadt von Gransee mit Königin-Luise-Denkmal (Sarkophag mit Krone)
Durch das NSG Oberhavel, auf dem Schönermark-Radweg und dem Bahntrassen-Radweg der früheren Stechlinseebahn, rollten wir auf gutem Belag in Richtung Menz am Roofensee. Hier kehrte unsere Gruppe zu einer größeren Pause mit Stärkung in dem mir bekannten und idyllisch im Wald gelegenen Restaurant ‚Waldstübchen‘ ein.
Die Stärkung sollte sich auf den letzten Kilometern rentieren, lagen für diese norddeutsche Region, nahe der Grenze zu Meck-Pomm, doch nicht unerhebliche Steigungen auf dem Weg nach Rheinsberg vor uns.

Restaurant ‚Waldstübchen‘
Schloss Rheinsberg, ein Musterbeispiel des Friderizianischen Rokokos, am Grienericksee, war nun erreicht. Erstaunlich wenige Besucher ließen sich blicken, feiert doch Prinz Heinrich in diesem Jahr seinen 300. Geburtstag. Die Frage kam auf: Wer war Prinz Heinrich?
„Als dreizehntes Kind des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. wurde am 18. Januar 1726 Prinz Friedrich Heinrich Ludwig geboren. Er starb am 3. August 1802. Prinz Heinrich bekam 1744 Schloss Rheinsberg von seinem älteren Bruder, König Friedrich II., geschenkt. Friedrich lebte nur vier Jahre in Rheinsberg, Heinrich ganze 50 Jahre. Prinz Heinrich machte Schloss Rheinsberg, den Schlosspark und die Stadt Rheinsberg erst zu dem, wie wir es heute kennen.“ (Netzfund: Wikipedia)

Blumenrabatte vor Schloss Rheinsberg
Um 18:59 Uhr traten wir schließlich mit der RB54 die Heimfahrt, mit Umstieg in Löwenberg (Mark), nach Berlin an.
Weitere Impressionen zu dieser Tour finden sich in der WanderApp komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/2912156432
Bernd F. Bernhard
Zertifizierter DWV-Wanderführer®
Ausbildung zum Natur- und Landschaftsführer (BANU)
Spezialisiert auf Mehrtages-, Nacht- und Radwanderungen
