Wir starten unsere Wanderung gegen 10.10 Uhr und laufen zunächst an der Bahn entlang nach Stottoff, dem ältesten Stadtteil von Lübbenau. Ursprünglich eine kleine slawische Siedlung, wobei jedes Haus einen Steg an der Stottoffer Kahnfahrt hatte, ist Stottoff heute ein interessanter Stadtteil. Die Stottoffer Kahnfahrt wurde 1934 zugeschüttet.
Wir wandern weiter durch Kamske am gleichnamigen Fließ entlang und auf dem Deich folgen wir dem Barbaragraben. An der Zerkwitzer Kahnfahrt machen wir eine kleine Pause. Dort wo der Barbaragraben in die Spree fließt, überqueren wir diese und es geht weiter zum Barzlin.

Barbaragraben (Foto: ©Heiner Majewski)
Das war ehemals ein Sandhügel, auf dem sich einst eine kleine Slawensiedlung befand. Der Sandhügel wurde 1934 abgetragen, um die ausgetrocknete Stottoffer Kahnfahrt zuzuschütten. 1990 hatte man hier Fichten angepflanzt. Zehn Jahre später war der größte Teil der Bäume eingegangen. Heute ist das Gebiet sich selbst überlassen und dient Forschungszwecken.
Wir folgen nun auf Deichwegen dem Großen Fließ, mal nördlich und nach der Überquerung am Südufer. Leider sind hier die Wege meist mit Betonplatten befestigt, was bei Wanderungen immer etwas anstrengend ist. Am Wehrkanal wenden wir uns nach Süden und betreten kurze Zeit später die Wotschofska (zu gut deutsch Inselchen).

Gruppenfoto in Wotschofska (Foto: ©Heiner Majewski)
Tatsächlich ist Wotschofska eine erlenbewachsene Insel, die einst nur mit dem Kahn erreichbar war. Seit 1894 steht dort eines der ältesten Traditionsgasthäuser, das inzwischen auch zu Fuß und mit dem Rad zu erreichen ist. Hier machen wir eine Stunde Pause, um das Angebot des Gasthauses zu genießen. Wotschofska ist voll auf die Touristenmassen eingestellt, die zu Fuß, per Rad und mit Spreewaldkähnen hier ankommen. Unzählige Bedienstete eilen zwischen den Tischen hin und her. Innerhalb kürzester Zeit stand unser bestelltes Essen auf dem Tisch.
Am Rollkanal entlang verlassen wir die Insel und folgen dann der Kleinen Kossa, überqueren Klein Japan und Groß Japan, zwei kleine Fließe, und erreichen das ehemalige Freibad von Lübbenau, das 1928 eingeweiht und bis 1960 genutzt wurde.

Brücke über den Rollkanal (Foto: ©Heiner Majewski)
An der Spree entlang erreichen wir kurz danach den Kleinen Kahnhafen von Lübbenau. Hier verabschieden sich die meisten der Mitwanderer, um den nächsten Zug zu schaffen. Zu fünft laufen wir gemächlich weiter zum Markt, wo wir zu dritt ins Café Zeitlos einkehren. Anschließend drehen wir noch eine Runde durch den Schloßpark, bevor wir zum Bahnhof laufen, den wir gegen 17.25 Uhr erreichen. Gegen 17.30 Uhr bringt uns der RE2 wieder zurück nach Berlin.
Es war eine schöne Wanderung bei herrlichstem Sonnenschein. Die teilweise recht langen Betonwege haben der guten Laune keinen Abbruch getan.
Heiner Majewski
Trainer C in der Sportart WANDERN im Breitensport
Lizenziert vom BWBV e.V. für den Gesamtbereich des LSB
