Anlässlich des Tages des offenen Denkmals starteten mit mir 14 weitere Wanderfreunde am Bahnhof Spandau, um entlang verschiedener Highlights des Spektegrünzugs nach Falkensee zum Backofenfest zu wandern. Im mehr als 200 Jahre alten Backofen, der im Museumsgarten steht, wurde vom Meisterbetrieb Romano Ziehm wieder Brot und Kuchen gebacken.

Hier, im Museumsgarten, erwartete uns außerdem das Jugendblasorchester der Musik- und Kunstschule Havelland, das mit schmissigen Melodien von Jazz und Klassik bis zu bekannten Filmmusiken für Stimmung sorgte. Ein Rundgang durch das Museum im historischen Fachwerkhaus mit der Ausstellung zur Orts- und Stadtgeschichte, aber auch die aktuelle Sonderausstellung „Lein oder nicht Lein“, fand viele Interessenten und war mit den kulinarischen Köstlichkeiten der krönende Abschluss unserer Wanderung.

Backofenfest im Museumsgarten (Foto: ©Bernd F. Bernhard)

Diese führte uns zunächst nach dem Start über den ‚Grünen Hauptweg #1‘ zum 70 m hohen Aussichtspunkt im Spektegrünzug. Wir überquerten die Gleise der sogenannten Bötzowbahn, die 1909 eröffnet wurde und von Spandau bis nach Bötzow im Kreis Oberhavel führte. Ausbauplanungen sehen vor, auf diesem Gleis die S-Bahn im 10-Minuten-Takt vom Bahnhof Spandau ins Falkenhagener Feld zu verlängern.

Nun begrüßte uns der 19 m hohe Kletterturm des AlpinClub Berlin e.V. Danach erreichten wir den Großen Spektesee, dieser wurde bis 1978 als Kiesteich genutzt. Die Spekte war ursprünglich ein kleiner Bach, der im Havelland entsprang und bei Spandau in die Havel mündete. Renaturierungsmaßnahmen mit Mitteln der Deutschen Bahn führten schließlich zu dem Bild, das die Spekteniederung heutzutage liefert.

Großer Spektesee mit Badestrand (Foto: ©Bernd F. Bernhard)

Wir passierten den trockengefallenen Spektegraben und die Spektelake, Teil eines ausgedehnten Feuchtgebietes zwischen Falkensee und Spandau. Vorbei an der Gedenkstätte ‚Deutsche Teilung – Falkenseer Chaussee am Mauerweg‘ liefen wir nun zur Mauerkletterer-Skulptur und weiter auf einem sandigen Pfad entlang am Moor.

Auf einem schmalen Single Trail zwischen Falkenhagener See, einem Überbleibsel der Eiszeit, und dem Neuen See, einer ehemaligen Sandgrube, die für den Bau einer Bahntrasse ausgehoben wurde, gelangten wir zu einem überdachten Rastplatz, bei dem leider nur eine Bank zur Verfügung stand. Trotzdem machten wir es uns hier bequem und legten eine kleine Ruhepause ein, um uns mit dem mitgeführten Proviant zu stärken. Der Blick über den See war dabei Balsam für die Seele.

Spektelake (Foto: ©Bernd F. Bernhard)

Nun dauerte es nicht mehr lange und wir kamen zum Ortsteil Falkenhagen mit seiner Dorfkirche, dem Anger und einem Denkmal für die Gefallenen der Völkerschlacht von 1813 bei Leipzig. Nachdem wir das Rathaus von Falkensee hinter uns gelassen hatten, waren wir am eigentlichen Ziel unserer heutigen Wanderung angekommen.

Erwähnenswert wäre noch, dass der Wettergott es mit uns recht gut gemeint hatte. Obwohl die Wettervorhersage einen verregneten Sonntag angekündigt hatte, blieb das Wetter recht beständig und angenehm. Auf dem Weg zum Bahnhof Falkensee schien sogar die Sonne für uns.

Gesunkener Wasserstand am ‚Neuer See‘ (Foto: ©Bernd F. Bernhard)

Weitere Impressionen zu dieser Wanderung finden sich bei komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/3280412284

Bernd F. Bernhard
Zertifizierter DWV-Wanderführer®
Ausbildung zum Natur- und Landschaftsführer (BANU)
Spezialisiert auf Mehrtages-, Nacht- und Radwanderungen