Die Wettervoraussagen waren nicht sehr gut für den Tag, aber zumindest hat es nicht geregnet. Wir waren nur eine kleine Gruppe, die sich auf dem Vorplatz des Bahnhofs Fürstenwalde/Spree traf. Wer aber hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass vor uns noch eine Pause am Trebuser See bei strahlendem Sonnenschein liegen würde.

Nach einer kurzen Einführung vor der Informationstafel über Clara Grundwald vom Projekt FrauenOrte  https://frauenorte-brandenburg.de/, das an verschiedenen Orten über die Geschichte bedeutender Frauen erinnert, führt uns der Weg zuerst zu einem weiteren historischen Ort, das ehemalige Gelände der aus Berlin stammenden Firma Julius Pintsch. Sie gründete 1872 in Fürstenwalde einen Produktionsstandort.

Ab 1890 wurden hier in der Glühlampenfabrik u.a. Kohlefaden-Birnen hergestellt. Das Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1872 steht noch, ebenso wie weitere Gebäude, die sich auf dem riesigen Gelände verteilen. Inzwischen ist dieser Ort Teil des Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungszentrum (FAWZ) und weiteren Institutionen, die sich der Förderung von Kindern und Jugendlichen verschrieben haben.

Nachdem wir das Industriegebiet verlassen haben und Richtung Wald wandern, kommen wir zu einem Kriegsgräberfriedhof, auf dem die Toten, in der Mehrzahl Soldaten, beerdigt wurden, die nach Mai 1945 in Fürstenwalde verstorben sind. Über Waldwege führt uns der Weg schließlich zum Trebuser See. Durch die herbstliche Stimmung und weniger Laub bietet sich hier ein schöner Blick auf und über den See. Jetzt gibt es erste Anzeichen von blauem Himmel.

Foto: Start der Wanderung um den See

Nach einer kurzen Pause starten wir unsere Rundwanderung um den See, der immer wieder schöne Ausblicke ermöglicht sowie zahlreiche Stege ins Wasser und Pausenplätze bietet.

Kurz bevor wir die Spitze des Sees erreichen, an der auch die offizielle Badestelle liegt, sehen wir auf der gegenüberliegenden Seite das Restaurant Seeblick, ein wirklich schöner Ort mit Terrasse für den Sommer und Panoramafenster für den Winter.

Foto: Blick auf den „Seeblick“

An der Badestelle angekommen sehen wir ein Fahrrad mit Kleidungsstücken und Handtuch und können es kaum glauben. Etwas abseits hat sich tatsächlich ein Mensch in den See getraut, der 8 Grad kalt ist und sich damit nicht von der Außentemperatur unterscheidet. Es geht weiter am See und hin zu unserem Pausenplatz mit Blick auf den See. Inzwischen strahlt der Himmel blau, die Sonne scheint und wir genießen das unverhofft schöne Wetter.

Foto: Badestelle ©Christel Preilowski

Danach geht es weiter am See bis zur ehemaligen Ausflugsgaststätte „Onkel Toms Hütte“, vorbei an den Rieselfeldern, die zum Klärwerk gehören, zum Altarm der Spree und weiter an die Spree. Hier stoßen wir auf ein Projekt aus dem Jahr 2013 „Kunst für den Wald“, von dem erstaunlicherweise noch einige Kunstwerke erhalten sind wie z.B. die „Grille“ von Harald Müller, die direkt an einem der Pausenplätze des Spreeradweges liegt. Im Sommer ist es hier sicherlich nicht möglich, entspannt zu wandern, aber im November hält sich die Zahl der Radfahrenden noch in Grenzen. Vom sog. Pintsch-Hafen, der ursprünglich zum Firmengelände gehörte und den Transport schwerer Güter über den Fluss ermöglichte, ist nicht mehr viel zu sehen, denn er wurde ebenso wie das Firmengelände demontiert. Es ist aber interessant zu sehen, wie schnell sich die Natur das Gelände zurückerobert hat. Hier findet sich auch ein weiteres Kunstwerk, die „Baumpyramide – sylvicultura oeconomica“ von Emanuel Goldmund, die aber auch langsam im Dickicht verschwindet.

Jetzt ist es nicht mehr weit zum Bahnhof. Wir gehen vorbei am Heimattiergarten in den oberen Teil des Stadtparks und kehren über die Parkallee zurück zum Ausgangspunkt.

Maren Brodersen
DWV-Wanderführerin®
Natur- und Landschaftsführerin (BANU)