Wer war Prinz Heinrich? Friedrich Wilhelm I., König in Preußen, auch bekannt als Soldatenkönig, zeugte mit seiner Frau Sophie Dorothea von Hannover vierzehn Kinder. Vier davon erreichten das zweite Lebensjahr nicht. Der zweite Kronprinz, Friedrich, das vierte Kind, wurde 1740 Friedrich II., König von Preußen, nachdem der Soldatenkönig gestorben war. Dann gab es noch Prinz August Wilhelm als elftes Kind, der Lieblingssohn des Soldatenkönigs.
Und als dreizehntes Kind wurde am 18. Januar 1726 Prinz Friedrich Heinrich Ludwig geboren. Er starb am 3. August 1802. Prinz Heinrich bekam 1744 Schloß Rheinsberg von seinem älteren Bruder, König Friedrich II., geschenkt. Friedrich lebte nur vier Jahre in Rheinsberg, Heinrich 50 Jahre. Prinz Heinrich machte Schloß Rheinsberg, den Schloßpark und die Stadt Rheinsberg erst zu dem, wie wir es heute kennen. Heinrich hat immer wieder versucht, sich in die Politik einzumischen, mal mehr und meist weniger erfolgreich. Er war bei den Verhandlungen zur ersten Teilung Polens dabei und bot sich als König für Restpolen an. Das wurde auf Betreiben seines Bruders Friedrich abgelehnt. Später bewarb er sich für den Posten des Königs der Wallachei. Aber er blieb der ewige Prinz. Einzig als Berater seines Neffen, des Königs Friedrich Wilhelm II., konnte Heinrich punkten, bis auch das nach einer Verstimmung zu Ende war.

Rheinsberger Rhin (Foto: ©Frank Meyer)
Wir starten unsere Tour gegen 10.00 Uhr am Bahnhof Rheinsberg (Mark). Wir laufen zunächst zur Brücke über den Rheinsberger Rhin und durch die Siedlung weiter zur Holländermühle.
Weiter geht es dann auf einer Fahrstraße in den Wald und wir erreichen den Rheinsberger Leuchtturm, um 1795 als 19 Meter hoher Wartturm auf Geheiß von Prinz Heinrich errichtet. Vorher stand dort ein hölzerner Obelisk, der später durch einen stabileren Obelisken ersetzt wurde. Der Verbleib des letzteren ist ungeklärt.
Und wir wandern durch den Wald und klettern auf die Krähenberge, 118 Meter hoch. Hier steht ein alter Sendemast, der 1942 als Forschungsobjekt errichtet wurde. Zu DDR-Zeiten wurde darüber der Deutschlandsender auf Mittelwelle übertragen. Heute ist er Richtfunk- und Telefonmast.

Malesherbes-Säule (Foto: ©Frank Meyer)
Es geht wieder hinunter und ein Stück auf dem Radweg die Parkstraße entlang, wo wir die Rheinsberger Parkanlagen auf dem Poetensteig erreichen. Hier sind noch einige von Prinz Heinrich in Auftrag gegebene Bauwerke zu sehen. Als erstes die Malesherbes-Säule für den Franzosen, der für seine Kritik am Tod des Königs ebenfalls guillotiniert wurde. Nebenan steht die Katakombe, das Denkmal für teure Verstorbene. Daneben stand einst der achteckige Freundschaftstempel, in dem Heinrich zu speisen pflegte, wenn das Wetter eine Fahrt über den Grienericksee zuließ.
Anschließend erreichen wir den Obelisken aus den 1790er-Jahren, errichtet zur Erinnerung an Heinrichs älteren Bruder August Wilhelm und 28 weitere Teilnehmer am Siebenjährigen Krieg, die nach Heinrichs Ansicht von seinem Bruder König Friedrich II. nicht gebührend gewürdigt worden waren. Heinrich selbst war in dem Krieg als General tätig. Von hier hat man auch den schönsten Blick über den Grienericksee auf Schloß Rheinsberg. Hier entsteht auch unser heutiges Gruppenfoto.

Gruppenfoto am Grienericksee (Foto: ©Frank Meyer)
Am Ufer entlang kommen wir zur Egeriagrotte, 1790 errichtet. 2008 wurde endlich eine Kopie der Quellnymphe Egeria wieder aufgestellt. Weiter geht es dann auf den Weinbergshügel. Hier finden wir noch das Fundament des Fortunatempels. Die Feldsteingrotte am Grienericksee ist unser nächstes Ziel. Auf dem Hauptweg Großer Damm laufen wir weiter durch den Schloßpark. Mittendrin steht der Salon, der einst von Kronprinz Friedrich als Orangerie geplant war. Heinrich ließ das Gebäude nach und nach zu dem umbauen, was wir heute dort sehen.
Auf dem Großen Damm gelangen wir zum Heckentheater. Nebenan steht die Grabpyramide, die sich Prinz Heinrich um 1800 hier hat errichten lassen. Darin wurde der Prinz 1802 beigesetzt. Eine von Heinrich in Französisch beschriftete Tafel soll an ihn erinnern.

Rheinsberger Obelisk (Foto: ©Frank Meyer)
Wo sich heute das Schloß Rheinsberg befindet, stand im Mittelalter eine Wasserburg. Das Gelände wechselte einige Male den Besitzer, bis es 1734 von König Friedrich Wilhelm I. (Soldatenkönig) erworben wurde, der es später seinem Sohn, Kronprinz Friedrich, schenkte. Der zog 1736 mit seiner Ehefrau Elisabeth Christine dort ein und nahm etliche Umbauten und Erweiterungen vor. 1740 starb der Soldatenkönig und Friedrich wurde König Friedrich II. von Preußen und verließ Rheinsberg. 1744 vermachte er das Schloss seinem jüngeren Bruder Prinz Heinrich, der es so umbaute, wie wir es heute sehen. Auch den Park und die Innenstadt, die einige Jahre zuvor abgebrannt war, ließ der Prinz nach seinen Vorstellungen anlegen.

Egeria-Grotte im Schlosspark (Foto: ©Frank Meyer)
Auch heute verkürzen wir die Tour etwas und machen uns gleich auf in die Altstadt, vorbei an der Laurentiuskirche aus dem 13. Jahrhundert. Im Restaurant „Zum jungen Fritzen“ kehren wir ein und genießen das gute Essen. Anschließend laufen wir noch durch die Rhinpassage. Hier wird auf originelle Weise an die Keramik- und Steinguttradition der Stadt Rheinsberg erinnert, die ja auf das Jahr 1762 zurückgeht.
Gegen 14.45 Uhr erreichen wir dann wieder den Bahnhof Rheinsberg (Mark). Gegen 14.59 Uhr fährt uns die RB54 zurück nach Löwenberg (Mark).

Kopie der Quellnymphe Egeria (Foto: ©Frank Meyer)
Das war wieder eine historisch sehr interessante Tour. Die Temperaturen waren heute um sieben Grad etwas kühl. Und die Sonne ließ sich selten sehen. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch.
Hier noch Aufzeichnungen von Mitwanderern:
Frank Meyer: https://www.komoot.com/de-de/tour/2829211861
Marco: https://www.komoot.com/de-de/tour/2828649002
Heiner Majewski
Trainer C in der Sportart WANDERN im Breitensport
Lizenziert vom BWBV e.V. für den Gesamtbereich des LSB
