Am Sonntag, statt wie geplant am Sonnabend, begaben wir uns auf eine Radtour durch das wunderschöne Havelland. Alle WetterApps hatten zunächst Regenwetter für Sonnabend signalisiert, bis schließlich am späten Freitagabend feststand, dass die Regenwand sich gen Osten verabschieden würde. Da hatten wir uns aber schon auf Sonntag verständigt…

Gestartet wurde am Bahnhof Spandau, der von allen Radwanderern gut erreichbar war. Von hieraus begaben wir uns direkt hinein in den Spektegrünzug und fuhren entlang der Spektelake, die ein Teil eines ausgedehnten Feuchtgebietes, der Spekteniederung, ist.

In der Spekteniederung (Foto: ©Bernd F. Bernhard)

Ursprünglich war die Spekte ein kleiner Bach, der in die Havel mündete. So erreichten wir auch den immer wieder spektakulär anzuschauenden Kletterfelsen, der von Bergsportlern gern zum Trainieren angenommen wird.

Am Übergang von Spandau nach Falkensee passierten wir das ehemalige Falkenseer KZ-Außenlager Sachsenhausen, von dem nur noch wenige Relikte aus der Vergangenheit vorhanden sind.

Auf dem Radweg der Sympathie radelten wir durch Wiesen, Grünanlagen und dem Bredower Forst, wo im Frühjahr unzählige Mengen von Bärlauch ihren Duft verströmen und die Buschwindröschen zu bestaunen sind. Die Erzählungen von den mystischen Lichtern in der Abenddämmerung des Forstes halten sich beständig.

Der Bredower Weg (Foto: ©Bernd F. Bernhard)

Ein kurzer Abstecher führte uns zur Radwegekirche in Zeestow, einem 1850 errichteten Backsteinbau, der unter Denkmalschutz steht. Auf einer Allee mit Pflaumenbäumen kamen wir nach Bredow, von wo es bis in die Altstadt der Funkerstadt Nauen nicht mehr weit war. Vorbei am alten Rathaus und dem heute bewohnten Wasserturm nahmen wir Kurs Richtung Ribbeck.

Unser Weg führte über den ehemaligen Kleinbahntrassenweg zwischen Nauen und Berge, der leider mit reichlichen Wurzelaufbrüchen uns ärgerte. In Ribbeck angekommen, inspizierten wir diesmal den 2006 im Rahmen der Landesgartenschau angelegten Birnengarten. 23 Birnbäume mit 14 unterschiedlichen Sorten sind hier vertreten.

Eingang in den Schlosspark von Ribbeck (Foto: ©Bernd F. Bernhard)

Natürlich zitierte ich vor Ort aus Fontanes Geschichte des freigiebigen Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland…

Ein Besuch der Dorfkirche, wo sich der Original-Baumstamm des 1911 durch einen Sturm gefällten Birnbaums befindet, stand ebenso an, wie eine Besichtigung des restaurierten Schlosses und des Schlossgartens.

Während sich zwei unserer Radlerinnen hier von der Gruppe verabschiedeten, um den Heimweg nach Brandenburg einzuschlagen, nahm der Rest der Gruppe den Flugplatz ‚Bienenfarm‘ bei Paulinenaue ins Visier. Hier mitten im Treffpunkt der Oldtimerfliegerei wurde erstmal kräftig unter Sonnenschirmen gespeist und dabei der Flugbetrieb verfolgt.

Flughafen ‚Bienenfarm‘ bei Paulinenaue (Foto: ©Bernd F. Bernhard)

Die westlichen Sturmböen mit 50 km/h hatten selbst E-Bikern das Radeln bereits seit Spandau erschwert. Die Gruppe traf dort daher den Entschluss, nicht auf der ehemaligen Bahntrasse zum Bf. Wustrau-Radensleben zu fahren, sondern mit dem RE8 von Paulinenaue die Heimfahrt anzutreten. Ich dankte den Radlerfreunden auch für ihr Verständnis, da sich durch die Wetterkapriolen meine div. Wandertermine immer mehr zusammengeschoben hatten und für mich bereits tags darauf eine Führung durch die Döberitzer Heide anstand.

Doch was nutzen alle guten Vorsätze, trifft man auf einen total besetzten ODEG-Zug mit nur zwei Wagons, wo eine freundliche, aber bestimmte Ansprache des Zugführers einem die Mitfahrt mit den Rädern verweigerte. Und das Ganze bei einsetzendem Regen…

Start vom Flughafen ‚Bienenfarm‘ – „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…“ (Foto: ©Bernd F. Bernhard)

Nun, wir machten das Beste daraus: Den kurzen Regenschauer wetterten wir im überdachten Haltebereich ab und fuhren nun mit Rückenwind recht flott zurück nach Nauen, wo uns der DB Regio mit allen Rädern in Richtung Heimat beförderte…

Weitere Impressionen zu dieser Tour finden sich bei Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/3224917679

Der Link führt zur unfreiwilligen Rückfahrt nach Nauen: komoot.com/de-de/tour/3225238253

Bernd F. Bernhard
Zertifizierter DWV-Wanderführer®
Ausbildung zum Natur- und Landschaftsführer (BANU)
Spezialisiert auf Mehrtages-, Nacht- und Radwanderungen