Der Treffpunkt für die Wanderung liegt am Rand von Brandenburg, die Endhaltestelle der Tram 1, wo sich neben dem Asklepios Fachklinikum (1911 als „Irrenanstalt“ erbaut) auch die JVA Brandenburg (ab 1927 bis 1931 erbaut) befindet. Während des Nationalsozialismus waren dies Orte von Euthanasiemorden sowie Haft, Folter und Hinrichtung vor allem von politischen Gefangenen. Vor unserer Wanderung besteht die Möglichkeit, einen Blick in die kleine Wanderausstellung „frauenHAFT“ in der Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden zu werfen. Diese behandelt die Jahre im Zuchthaus nach 1945.

Wandergruppe (Foto: ©Steffen Hercher)
Danach starten wir unsere Wanderung in den Altstädtischen Forst (ehemals Heide), der im Landschaftsschutzgebiet (LSG) Westhavelland liegt. Dieser ist geprägt durch seine Kiefern, aber im Laufe der Wanderung ändert sich die Zusammensetzung des Waldes und dies wirkt sich positiv auf das vorherrschende Klima aus. Es wird angenehm kühl trotz der sommerlichen Temperaturen. Nach einer Weile erreichen wir den zum Teil stark verlandeten Gördensee, um den mehrere ausgeschilderte Laufstrecken führen. Nachdem wir den halben See erlaufen haben, führt uns der Weg über die B1 zum zweiten See, dem Bohnenländer See. Ungefähr auf der Hälfte der Strecke liegt ein wunderbarer Rastplatz mit überdachten Bänken und Blick auf den See. Wir umrunden den See komplett, bevor es wieder zurück an den Gördensee geht.

Bohnenländersee (Foto: ©Maren Brodersen)
Die Wanderung führt hauptsächlich durch Waldgebiet und über festen Waldboden. Es finden sich gelegentlich Zugänge zum Wasser und kurz vor dem Ziel auch eine Badestelle. Auf dem letzten Teil der Strecke werden seit 2019 exemplarisch einzelne Bäume angelegt, die mit einem Feldstein gekennzeichnet werden. Angefangen hat es mit einer Flatterulme, aber auch eine Robinie und eine Roteiche finden sich hier.
Auf dem Weg zur Haltestelle Waldcafé Görden (das seit August 2026 geschlossen ist und vielleicht auf einen neuen Start hoffen kann), kehren wir im Café Clara ein, das in einer Seniorenanlage liegt. Gestärkt durch Kaffee und Kuchen fahren wir mit der Tram zurück zum Bahnhof. Die Fahrt dorthin gleicht einer kleinen Stadtrundfahrt in die eher unbekannten Teile der Stadt Brandenburg.
Maren Brodersen
Zertifizierte DWV-Wanderführerin®
Zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin (BANU)
